Was ist Dramatherapie?


Was ist Kunsttherapie, Fachrichtung Theatertherapie und Dramatherapie, Ausbildung Zürich, St.Gallen, Genf

Dramatherapie ist die gezielte Nutzung von Drama- und Theaterkonzepten für beraterische und therapeutische Zwecke. Sie basiert auf der Prämisse, dass Menschen dramatische Wesen sind.
Das Wort Drama stammt aus dem Griechischen und bedeutet Handlung, Aktion. Dramatherapie ist aktiv, experimentell und reflexiv. Sie integriert Denken, Fühlen und Handeln. Dies hilft Menschen, ihre emotionalen, kognitiven und physischen Erfahrungsebenen zu integrieren.

 

Die Dramatherapie nutzt...

  • szenisches Spiel
  • Projektivtechniken (wie malen, gestalten, Geschichten erfinden/erzählen, Miniaturwelten)
  • Embodiment (wie Köperwahrnehmung, Aufwärmübungen, Entspannungsübungen)

... für die Begleitung eines kunsttherapeutischen Prozesses.

 

In der Dramatherapie unterscheiden wir zwischen der Alltagsrealität und der dramatischen Realität, d.h. einer symbolischen, imaginativen Welt. Letztere finden wir sowohl auf der Theaterbühne wie auch im kindlichen Spiel des «So-tun-als-ob». Für die Gestaltung der dramatischen Realität, nutzt die Dramatherapie eine Vielzahl von Elementen aus Theater, Puppenspiel, Soziodrama, Rituale, Kunst, Geschichten-Machen, Mimik, Stimme, Masken, etc.
Im Unterschied zum klassischen helfenden Gespräch, das sich in der Alltagsrealität bewegt, regt die Dramatherapie über das spielerische Handeln und Interventionen auf der symbolischen Ebene Veränderungsprozesse an.

Für einmal die Alltagswelt verlassen, in neue Rollen schlüpfen und Dinge wagen, die wir im realen Leben nicht tun würden – das kann bisher verborgene Ressourcen erfahrbar machen, Perspektiven eröffnen und ungeahnte Problemlösungen zu Tage fördern.

Dramatherapie wird sowohl als methodischer Bestandteil in verschiedenen psychosozialen Arbeitsfeldern wie auch als eigenständige therapeutische Disziplin praktiziert.
Dramatherapie ist in vielen Ländern bereits fester Bestandteil der Arbeit in Schulen, Heimen, Spitälern, psychiatrischen Kliniken und anderen sozialen Institutionen, von der Prävention über die Persönlichkeitsentwicklung bis zur Rehabilitation. Sie ist vielseitig anwendbar in allen Arbeitsfeldern der Sozialen Arbeit, Pädagogik und Therapie – überall, wo Veränderungsprozesse angeregt und begleitet werden.


Arbeitsgebiete der Dramatherapie

  • in der stationären Arbeit: in therapeutischen Wohngemeinschaften, Heimen, Spitälern, psychiatrischen Kliniken, Rehabilitationszentren etc.
  • in der ambulanten Arbeit: Beratung und Therapie, z.B. Suchtberatung, Opferberatung, Jugend- und Familienberatung, Jugendtreffs, Schulen, Sucht- und Aids-Prävention etc.
  • in der interkulturellen Arbeit: wenn die Sprache zwischen Menschen aus verschiedenen Kulturen eine Kommunikationshürde darstellt

Verwandte Therapien

Einige Therapierichtungen, die mit der Dramatherapie verwandt sind:

  • Psychodrama
  • Gestalttherapie
  • Figurenspieltherapie, Puppenspieltherapie, Sandspieltherapie
  • Tanztherapie und Bewegungstherapie
  • Musiktherapie
  • Maltherapie und Gestaltungstherapie
  • intermediale Kunsttherapie
  • Sprachtherapie
  • Kreativtherapie

"An der Dramatherapie spricht mich besonders an, dass sich die Welt durch eine Vielzahl von gestalterischen Mitteln erforschen lässt:

So wird in Rollen geschlüpft, gemalt, gespielt und getanzt."

Studentin Dramatherapie